Häufig gestellte Fragen

Wir haben auf dieser Seite einen Fragenkatalog rund um LEADER zusammengestellt – und natürlich kommen auch die Antworten und Erklärungen nicht zu kurz. Selbstverständlich können wir nicht jeder Detailfrage nachgehen, das würden den Umfang dieses FAQ sprengen, aber wir stehen Ihnen gerne für die Beantwortung solcher Detailfragen persönlich zur Verfügung.

Die Fragen haben wir entsprechend der Projektphasen in die Bereiche

  1. Ideenfindung
  2. Projektsteckbrief
  3. Auswahlverfahren
  4. Förderantrag

sortiert. Da es Überschneidungen geben kann, sind manche der Fragen / Antworten auch in den Erläuterungen zu verschiedenen Projektphasen enthalten.

In jedem Fall ist folgendes zu beachten: Mit dem Vorhaben darf erst begonnen werden, wenn die ADD dafür grünes Licht gegeben hat!

Fragen und Antworten in den verschiedenen Projektschritten

Was ist LEADER?

LEADER ist ein Programm der Europäischen Union, mit dem Ländliche Räume gestärkt werden. Besonders wichtig ist, dass die Menschen in der Region über die Verwendung der Mittel entscheiden können. Das Gremium, das vor Ort über die Mittelvergabe entscheidet, ist die Lokale Aktionsgruppe (LAG).

Wer oder was ist die LAG?

In der Lokalen Aktionsgruppe sind Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichsten Bereichen zusammengefasst. Neben Vertretern der Verwaltung und der Kommunen (Öffentliche) sind dies Vertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner (WISO) und Privatpersonen (Private).

Die Zusammensetzung der LAG unterliegt klaren Spielregeln. Diese sind in der Satzung der LAG „Westerwald-Sieg …mehr als frischer Wind“ zusammengefasst.

Bei Entscheidungen und Beschlussfassungen der LAG gilt ein doppeltes Quorum, das zwingend eingehalten werden muss: Die Anzahl der Stimmen der „Öffentlichen“ darf nicht mehr als 50% der Gesamtstimmen betragen und keine der drei beteiligten Gruppen (Öffentliche, WiSo, Private) darf mehr als 49,9% der Stimmen auf sich vereinen. Damit ist sichergestellt, dass keine der drei Gruppen in der LAG dominiert.

Wie kann ich einen Antrag stellen?

Die Antragstellung für ein LEADER-Projekt ist mehrstufig. Zunächst braucht es eine gute Idee. Der nächste Schritt ist die Erstellung eines Projektsteckbriefs. Dieser Projektsteckbrief ist die Grundlage für die Entscheidung der LAG, ob das Projekt förderwürdig ist.

Nach einer positiven Entscheidung dieses Gremiums erfolgt die formale Antragstellung bei der ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion). Dort wird auch die Förderfähigkeit des Vorhabens geprüft.

Um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, stimmt sich das Regionalmanagement regelmäßig mit der ADD ab und versucht so viele Fragestellungen wie möglich bereits im Vorfeld zu klären.

Passt meine Idee zu LEADER?

Ob Ihre Projektidee zu LEADER passt können Sie leicht selbst feststellen: Kann Ihr Vorhaben einem der Handlungsfelder der LILE zugeordnet werden? Ist Ihr Projekt innovativ und nachhaltig? Dann könnte es ein LEADER-Projekt werden!

Handlungsfelder der LAG Westerwald-Sieg – für größere Ansicht anklicken!

Die grundlegenden Anforderungen an ein LEADER-Projekte können folgendermaßen zusammengefasst werden:

  • Das Projekt soll die Region voranbringen (z.B. die Region stärken).
  • Sie sollen den Menschen vor Ort dienen (z.B. Verbesserung des Lebensumfelds).
  • Vor allem aber sollen die Projekte zum Profil der Region passen. Das Profil der Region ist in der LILE verankert.

Dazu muss ein Projekt einem oder mehreren Handlungsfeldern zugeordnet werden können und die Querschnittsziele berücksichtigen.

Was ist die LILE?

Die LILE ist die Lokale Entwicklungsstrategie, die gemeinsam mit und von den Menschen aus unserer Region erstellt wurde. In der LILE sind die Handlungsfelder definiert, die mit LEADER bearbeitet werden sollen.

Jedes LEADER-Projekt muss deshalb auch einem Handlungsfeld zugeordnet werden können. Die Handlungsfelder der LILE sind

  • HF 1: Regionale Wirtschaft und Qualifikation
  • HF 2: Kommunalentwicklung
  • HF 3: Demografische Herausforderungen
  • HF 4: Tourismus
  • HF 5: Forst-, Landwirtschaft und Direktvermarktung

In jedem Fall sind auch die Querschnittsziele der LILE zu beachten. Die LILE kann hier als PDF heruntergeladen werden. 

Wer kann Anträge stellen?

Als Antragsteller bzw. Projektträger kommen folgende Personen bzw. Einrichtungen in Frage:

  • Juristische Personen des öffentlichen und des privaten Rechts
  • Personengesellschaften
  • Natürliche Personen
  • Lokale Aktionsgruppen

Welche Fördervoraussetzungen gibt es?

Die LAG ist gehalten, die für den LEADER-Ansatz vorgegeben Rahmenbedingungen des EPLR EULLE  in der spezifischen Ausgestaltung ihrer LILE anzuwenden. Die LAG kann im Einzelfall beschließen, entweder die außerhalb des LEADER-Ansatzes im EPLR EULLE programmierten Maßnahmen unter 1:1 Einhaltung der jeweiligen Förderkonditionen oder •die für den LEADER-Ansatz geltenden Förderkonditionen anzuwenden, die in der jeweiligen LILE durch die LAG präzisiert wurden.

Zur Umsetzung des LEADER-Ansatzes sind die nachfolgenden Modalitäten zu beachten:

  • •Das Projekt muss grundsätzlich im Gebiet einer LAG umgesetzt werden. Ausnahmeregelung ist bereits oben beschrieben.
  • • Zu jedem Projekt muss ein Nachweis der LAG über die Einhaltung der formellen Vorgaben des LAG-Auswahlverfahrens und ein positiver Beschluss des LAG-Entscheidungsgremiums vorgelegt werden (Dokumentation des Projektauswahlverfahrens).
  • • Die nachhaltige finanzielle Traghaftigkeit eines Projektes ist nachzuweisen.
  • • Die Umsatzsteuer ist zuwendungsfähig wenn sie vom Zuwendungsempfänger endgültig getragen wird d.h. wenn der Zuwendungsempfänger die Umsatzsteuer in der Umsatzsteuererklärung nicht abziehen kann. Für einen Unternehmer mit Kleinunternehmerregelung oder ein optierendes Unternehmen entfällt die Förderung der Umsatzsteuer ebenfalls. Eine Förderung der Mehrwertsteuer ist zudem nur zulässig, wenn die/der Begünstigte die „Bescheinigung über die Vorsteuerabzugsberechtigung“ des zuständigen Finanzamtes vorlegt.
  • •Es gilt die De minimis-Beihilfe bei produktiven Investitionen.
  • •Die Förderung von Anhang I AEUV-Erzeugnissen erfolgt nur im Rahmen der Vorgaben der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 und der hierzu ergangenen Durchführungsbestimmungen.
  • •Für indirekte Kosten kann auf Antrag ein Pauschalsatz von 15 % der förderfähigen direkten Personalkosten gewährt werden.
  • • Ein Projekt ist nur förderfähig wenn die öffentliche Zuwendung mindestens 2.000 Euro beträgt.
  • Dabei können kleine Projekte zu einem Vorhaben zusammengefasst werden.
  • • Ein Projekt kann grundsätzlich bis maximal 250.000 Euro an ELER-Mitteln gefördert werden. Ausnahmen sind nur mit Zustimmung der ELER-Verwaltungsbehörde möglich. Es bedarf hierzu eines formlosen Antrags der LAG. In der Begründung ist aufzuzeigen, dass die Ausnahme für die Umsetzung der LILE und der Region erforderlich ist.

Welche formalen Anforderungen gibt es an die Projekte?

Förderfähig sind Vorhaben, die der Umsetzung der Ziele des EPLR EULLE (Entwicklungsprogramm „Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung“ des ELER, dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“) und den Zielen und den Handlungsfeldern der LILE dienen. Dazu zählen insbesondere

  • kleine investive Maßnahmen,
  • die Erstellung von innovativen Konzepten und Studien,
  • Fortbildungsveranstaltungen, Schulungen, Qualifizierungen und Weiterbildungen sowie
  • Kleinere Projekte

mit in den Anlagen zum Antrag aufgeführten Fördertatbeständen.

Von der Förderung ausgeschlossen sind Pflichtaufgaben der Gebietskörperschaften. Die Vorhaben müssen der Umsetzung der LILE dienen d.h. das Ziel des Vorhabens muss sich in einem der von der LAG definierten Handlungsfeldern wiederfinden. Die Umsetzung der Vorhaben muss grundsätzlich im LAG-Gebiet erfolgen. Ausnahmen sind nur mit Genehmigung bei der ELER-Verwaltungsbehörde (ELER = „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“) möglich, den die LAG stellen muss. Im Rahmen des Antrages muss die LAG nachweisen, dass eine Abweichung vom Regionalprinzip einen eindeutigen Mehrwert für das Gebiet der LAG bedeutet.

Was ist mit einer Doppelförderung oder der Förderung aus zwei Fördertöpfen?

Die gleichzeitige Inanspruchnahme von Zuwendungen im Rahmen des LEADER-Ansatzes und anderer öffentlicher Maßnahmen ist nur möglich, wenn es sich ausschließlich um eine nationale öffentliche Fördermaßnahme handelt und keine EU-Mittel enthalten sind und mit der Förderung unterschiedliche Zwecke verfolgt werden (klar abgrenzbare Bereiche).

Mittel anderer öffentlicher Geldgeber werden, soweit sie die gleichen Ausgaben betreffen, auf die Zuwendungen im Rahmen des LEADER-Ansatzes angerechnet. Sie sind bereits im Förderantrag als Bestandteil des Finanzierungsplanes anzugeben. Mittel die nach Erteilung der Bewilligung projektbezogen neu hinzukommen, sind mitzuteilen und anzurechnen. Sie vermindern die Zuwendung entsprechend.

Was ist mit Eigenleistungen?

Eigenleistungen können unbezahlte freiwillige Arbeiten und/ oder Sachleistungen einschließlich Sachspenden umfassen.

Eigenleistungen/Sachleistungen/Bereitstellung von Gütern, Ausrüstungsgüter, Material und Dienstleistungen können nach den Vorgaben des Kapitels 8.1 und 8.2.10.3.2.5 des EPLR EULLE wie folgt gefördert werden:

Eine Anerkennung von Eigenleistungen als förderfähige Kosten investiver Vorhaben ist nur bei dafür geeigneten investiven Projekten von Körperschaften/Stiftungen des öffentlichen Rechts, Vereinen, gemeinnützigen und öffentlichen Einrichtungen möglich. Das Projekt muss von Art und Umfang her für die Erbringung von Eigenleistungen in festgelegten Teilbereichen geeignet sein.

Eigenleistungen können nur dann für das Projekt erbracht und zur Förderung in Ansatz gebracht werden, wenn Art und Umfang der vorgesehenen Eigenleistung festgelegt und überprüft werden kann.• Die geplante Eigenleistung wird bei der Antragstellung durch eine fachliche geeignete Stelle (z.B. Architekt) ermittelt bzw. bestätigt. Der Wert wird bei der Antragstellung eingetragen.

Bei fremdvergebenen Gewerken werden die Eigenleistungen durch eine fachlich geeignete Stelle bestätigt. • Bei der Antragstellung ist der Wert der geplanten Eigenleistung bei 100 % Fremdvergabe (laut Ermittlung durch eine geeignete, fachlich qualifizierte Stelle) anzugeben. Hierzu bedarf es einer transparenten, ggf. nach Gewerken aufgeschlüsselten Darstellung der geplanten Eigenleistungen.

Bei Vorlage des Zahlungsantrags muss der Begünstigte eine Bestätigung dafür vorlegen, dass die in Eigenleistung geplanten Gewerke entsprechend erstellt wurden. Diese Bestätigung muss von einer fachlich qualifizierten Stelle (bei investiven Vorhaben z.B. Architekt) bestätigt sein.

Sachleistungen sind nur unter folgenden Bedingungen förderfähig:

  • Im Falle der Bereitstellung von Grundstücken oder Immobilien muss der Wert von einem unabhängigen qualifizierten Schätzer oder einer ordnungsgemäß zugelassenen amtlichen Stelle bescheinigt werden.
  • Im Falle der Bereitstellung von sonstigen Gütern, Ausrüstungsgütern, Material oder Dienstleistungen muss der Marktwert abzüglich 20 % ermittelt werden.
  • Die öffentliche Unterstützung für das Vorhaben, die auch Sachleistungen umfasst, darf bei Abschluss des Vorhabens nicht über den förderfähigen Gesamtausgaben abzüglich der Sachleistungen liegen.
  • Der förderfähige Umfang der vergleichbaren freiwilligen Leistungen wird auf 40 % der förderfähigen Ausgaben beschränkt. Eigenleistungen in Form von freiwilliger Arbeit, können bis höchstens 80 % einer vergleichbaren, unternehmerischen, in Rechnung gestellten Leistung (ohne MwSt., ohne Rabatte oder Skonti) anerkannt werden. Die förderfähige Stundenzahl muss entweder auf Basis von Richtwerten (z.B. Dorferneuerung) anhand von Vergleichsangeboten oder aus leistungsidentischen Tätigkeiten abgeleitet werden. Der Stundenlohn wird grundsätzlich auf Basis des Nettolohns eines einfachen Arbeiters / Angestellten abzüglich 20 % festgelegt, da Nebenkosten i.d.R. nicht anfallen und Anreize für Schwarzarbeit vermieden werden sollten.
  • Für die „Freiwillige Arbeit“ nach Kapitel 8.1 des EPLR EULLE hat die ELER-Verwaltungsbehörde einen Stundensatz von derzeit für einfache Arbeiten 16,00 Euro und schwierige Fachtätigkeiten 21,60 Euro festgelegt. Der Stundensatz wird jährlich aktualisiert und bekanntgegeben.

Konkrete Umsetzung „Freiwillige Arbeit“

An dem folgenden Beispiel soll vereinfacht die konkrete Umsetzung von freiwilligen Leistungen im Rahmen von LEADER dargestellt werden.

Beispiel: Ein Dorfbackes soll neu aufgebaut werden. Im ersten Schritt wird dafür von einem Bauunternehmen ein Angebot eingeholt, um die Kosten zu plausibilisieren. Das Unternehmen bietet die Leistung komplett zu einem Preis von 50.000 Euro (netto, keine Rabatte, keine Skonti) an.

Die Gesamtkosten von 50.000 Euro setzen sich wie folgt zusammen:

  1. Materialkosten (Balken, Ziegelsteine, etc.) mit 30.000 Euro
  2. Maschinenkosten (Bagger, Radlader, etc.) mit 10.000 Euro
  3. Personalkosten (Facharbeiter, etc.) mit 10.000 Euro

Relevant für die Berechnung des Stundenbudgets möglicher freiwilliger Leistungen sind die Maschinenkosten sowie die Personalkosten. Diese belaufen sich in obigem Beispiel auf zusammen 20.000 Euro. Ansetzbar sind 80% dieser Kosten (es wird davon ausgegangen, dass Nebenkosten i.d.R. nicht anfallen) d.h. 16.000 Euro.

Für freiwillige Abeit werden Stundensätze in Höhe von 16,00 Euro für einfache Tätigkeiten bzw. 21,60 Euro für Facharbeiter anerkannt (vgl. oben). In diesem Beispiel sollen nur einfache Tätigkeiten eingebracht werden. Bedeutet, dass 16 Euro je Stunde angesetzt werden können.

Das verfügbare Stundenbudget berechnet sich aus den ansetzbaren Kosten in Höhe von 16.000 Euro / 16,00 Euro je Stunde = 1.000 Stunden.

Der Umfang der freiwilligen Arbeit darf 40% der gesamten förderfähigen Kosten nicht überschreiten. Zu prüfen ist deshalb, ob der Kostenansatz für die freiwillige Arbeit (in diesem Fall 16.000 Euro) größer ist als 40% der gesamten förderfähigen Kosten (in diesem Fall 40% aus 50.000 Euro = 20.000 Euro). Dies ist in diesem Beispiel nicht der Fall, die 16.000 Euro für freiwillige Arbeit bzw. die 1.000 Stunden freiwilliger Arbeit könnten also eingebracht werden.

In jedem Fall gilt, dass die abgeleisteten Stunden ausführlich dokumentiert werden (vgl. oben).

Alle Klarheiten beseitigt?!

Wenn jetzt alle Klarheiten beseitigt sind und Sie sich nicht sicher sind ob Ihr Vorhaben zu LEADER passen könnte, dann wenden Sie sich doch an das Regionalmanagement.

Damit wir Ihnen effektiv helfen können, senden Sie uns bitte eine kurze Zusammenfassung Ihrer Projektidee (max. 2 DIN-A4 Seiten) per Mail oder Post zu. Nach der Durchsicht des Kurzkonzeptes melden wir uns bei Ihnen und vereinbaren einen Beratungstermin.

Wo finde ich den Projektsteckbrief?

Um Ihnen die Bearbeitung leichter zu machen, haben wir eine Online-Version des Projektsteckbriefs für Sie bereitgestellt. Diese finden Sie im Internet unter

http://eulle-forms-rlp.de/

Dort können Sie alle notwendigen Angaben machen und auch Dateien wie z.B. Angebote, etc. hochladen.

Allgemeine Angaben und Angaben zum Träger des Vorhabens

Name des Vorhabens: Geben Sie einen prägnante Titel für Ihr Vorhaben ein.

Träger des Vorhabens: Geben Sie hier bitte Ihre Adressdaten ein.

Rechtsform: Wählen Sie hier bitte die für Sie zutreffende Rechtsform aus (beachten Sie in diesem Zusammenhang auch den Hilfetext im Formular).

Sind Sie ein gemeinnütziger Antragsteller? Wenn ja, dann wählen Sie dies bitte aus, sonst lassen Sie die Einstellung auf „nein“.

Wer ist der Ansprechpartner für das Vorhaben? Geben Sie bitte die entsprechenden Kontaktdaten ein.

Anerkennung der Finanzmittel des Trägers als öffentliche Ausgaben: Mittel von Stellen, die nicht zu Gebietskörperschaften zählen, können von der Verwaltungsbehörde auf Antrag als öffentliche Ausgaben im Sinne der Ziff. 15 des Art. 2 der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 anerkannt werden. Dies setzt voraus, dass

  • die einzelne Einrichtung bezüglich ihrer jährlichen Rechnungslegung einem öffentlichen Kontrollverfahren (z. B. durch einen Kommunalen Prüfungsverband, staatliche Rechnungsstelle etc.) unerliegt, das gleich oder vergleichbar mit dem für öffentliche Einrichtungen ist und
  • eine schriftliche Bestätigung der Prüfungsstelle vorgelegt wird, dass sie die Einrichtung und deren Ausgaben jährlich prüft.
    Zudem muss die Stelle dem öffentlichen Vergaberecht unterliegen und
  • entweder aus öffentlichen Haushalten überwiegend finanziert oder
  • hinsichtlich ihrer Leitung durch Vertreter öffentlicher Stellen dominiert werden.

Ist der Antragsteller keine öffentliche Einrichtungen, ‚kann‘ die Anerkennung so gut wie ausgeschlossen werden.

Beispiel: Die Westerwald Touristik Service Westerwald, die keine Gebietskörperschaft ist, beantragt die Anerkennung und erhält diese, weil die o.g. Voraussetzungen erfüllt werden.

Vorsteuerabzug: Bitte geben Sie an, ob Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Bitte beachten Sie, dass die Mehrwertsteuer grundsätzlich förderfähig ist, sofern der Antragsteller nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Wenn Sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, fordern Sie bitte eine entsprechende Bestätigung des Finanzamts an. Ein Mustervordruck ist in dem entsprechenden Hilfetext (Nr. 5) hinterlegt.

Teilmaßnahme und Maßnahmencode: Wenn das Vorhaben ausschließlich in der Region Westerwald-Sieg umgesetzt werden soll, dann wählen Sie bitte 19.2 aus. Wenn es darüber hinaus auch in einer anderen Region umgesetzt werden soll, dann wählen Sie bitte 19.3 aus und füllen auch die nächsten Felder (u.a. Name und Anschrift der Kooperationspartner, etc) aus.

Vorhaben innerhalb und / oder außerhalb der Leaderregion: Hier muss folgendes beachtet werden:

  • Wird das Projekt nur innerhalb der Leaderregion (Verbandsgemeinde Altenkirchen, Hamm, Wissen, Kirchen, Betzdorf und Daaden (aktuell noch ohne die Stadt Herdorf) durchgeführt, ist „JA“ und „ausschließlich in der….“ auszufüllen.
  • Wird das Projekt zusätzlich auch mit anderen Leaderregion (z.B. Leaderregion Westerwald und / oder Leaderregion Raiffeisen) durchgeführt, ist „JA“ und die Anzahl der anderen Leaderregionen anzugeben.
  • Wird das Projekt teilweise in einer „Nichtleaderregion“ oder in einer Leaderregion umgesetzt, mit der keine Absichtserklärung unterzeichnet wurde (es wurden Absichtserklärungen mit der Leaderregion Westerwald und der Raiffeisenregion unterzeichnet), so ist „JA“ und das dritte Optionsfeld anzuwählen. Hier bedarf es einer Begründung des Antragstellers, warum dennoch ein Leaderförderung gerechtfertigt ist. Die Verwaltungsbehörde (rlp. Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbaud und Forsten) entscheidet über den Antrag.
  • Wird das Projekt ausschließlich außerhalb der Leaderregion umgesetzt, bedarf es einer Begründung des Antragstellers, warum dennoch ein Leaderförderung gerechtfertigt ist. Die Verwaltungsbehörde (rlp. Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbaud und Forsten) entscheidet über den Antrag.

Laufzeit des Vorhabens: Bitte geben Sie den voraussichtlichen Start und Endtermin für Ihr Vorhaben an.

Wurde mit dem Vorhaben schon begonnen? Sofern mit dem Vorhaben bereits begonnen wurde, kann es im Rahmen von LEADER nicht mehr gefördert werden.

Trägt neben dem Zuwendungsempfänger eine weitere Stelle zur Finanzierung bei? Wenn neben den Eigenmittel, ein weiterer Dritter / weitere Dritter (z. B. Kreditinsitut oder eine weitere Privatperson / Firma) das Projekt mit finanzieren, so muss hier mit „JA“ geantwortet werden.
Angenommen es werden nur Eigenmittel und Fördermittel aus dem Leaderprogramm eingesetzt, so ist hier mit „NEIN“ zu antworten.

Einnahmen: Werden mit dem Vorhaben Einnahmen erzielt, dann ist an dieser Stelle „ja“ anzukreuzen.

Übereinstimmung mit der LILE: Es können nur solche Projekte gefördert werden, die den Handlungsfeldern bzw. Handlungszielen der LILE zugeordnet werden können.

Zuordnung zu den Handlungsfeldern: In welche Handlungsfelder wirkt Ihr Vorhaben? Bitte wählen Sie die zutreffenden Handlungsfelder aus. Mehrfachnennungen sind möglich.

Spezielle Angaben zum Vorhaben

Beschreibung des Vorhabens / Inhalte: Bitte verfassen Sie eine Beschreibung Ihres Vorhabens bzw. Projekts. Achten Sie bitte darauf, möglichst präzise zu formulieren. Die Kernfrage lautet bei diesem Abschnitt: Was soll konkret durchgeführt werden?

Innovativer Charakter: Wo liegt die Innovation bei Ihrem Vorhaben? Zum Thema Innovation noch folgende Anmerkungen:

  • Ein Projekt kann auch dann innovativ sein, wenn es bereits in anderen Regionen bzw. Orten umgesetzt wurde. Der innovative Charakter wird immer vor dem Hintergrund der Region Westerwald-Sieg bewertet.
  • Auch wenn ein ähnliches Vorhaben bereits in der Region umgesetzt wurde, kann es dennoch einen innovativen Charakter haben – z.B. weil es Vorbildhaft auch in anderen Gemeinden umgesetzt werden kann, etc.
  • Vorhaben, die nicht innovativ sind, können im Rahmen von LEADER nicht gefördert werden.

Zielgruppen: Welche Zielgruppen (z.B. junge Erwachsene, Senioren, Touristen, etc.) wollen Sie mit Ihrem Projekt ansprechen? Bitte benennen Sie diese.

Partner: Ist eine Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region geplant? Wenn ja, welche Partner und welche Art von Partnerschaften sind vorgesehen?

Ergebnisse: Welche Ergebnisse werden mit Abschluss des Vorhabens erreicht? z.B. ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung oder neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Bitte benennen Sie die Ergebnisse möglichst konkret und messbar.

Barrierefreiheit: Werden die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen und/oder sonstigen Einschränkungen beachtet?

Geschlechter- und Chancengleichheit: Besteht Chancen- und Geschlechtergleicheit bzw. wird diese bei Ihrem Vorhaben beachtet?

Einbindung in bestehende Konzepte der Region: Welche bereits in der Region Westerwald-Sieg bestehenden Konzepte werden mit eingebunden bzw. auf welchen der bereits bestehenden Konzepte baut Ihr Vorhaben auf?

Sonstiges: Gibt es weitere Aspekte, die für Ihr Vorhaben relevant sind, aber in den obigen Kategorien keinen Platz gefunden haben? Wenn ja, dann benennen Sie diese bitte hier.

Kostenübersicht

In der Kostenübersicht sind – abhängig von den Angaben, die Sie oben zum Vorsteuerabzug gemacht haben – entweder die Bruttokosten (für den Fall, dass Sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind) oder die Nettokosten (für den Fall, dass Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind) anzugeben.

Randnummer 2.1: Gesamtkosten des Vorhabens – dieses Feld wird automatisch berechnet. Eingaben sind nicht möglich.

Randnummer 2.2: Kosten für die Errichtung von unbeweglichem Vermögen: Sofern im Rahmen Ihres Vorhabens unbewegliches Vermögen errichtet werden soll, geben Sie die Kosten dafür bitte hier an.

Randnummer 2.3: Kosten für den Erwerb von unbeweglichem Vermögen: Bitte geben Sie hier die entsprechenden Kosten an. Sollte zusätzlich ein Grunderwerb geplant sein, dann geben Sie die kosten dafür bitte separat an.

Randnummer 2.4: Kosten für den Erwerb von beweglichem Vermögen: Die entsprechenden Kosten sind hier einzugeben.

Randnummer 2.5: Leasingkosten für neue Maschinen und Anlagen: Bitte geben Sie die entsprechenden Leasingkosten über die Projektlaufzeit hier ein. Bitte beachten Sie, dass gebrauchte Ausstattungsgegenstände nicht gefördert werden können.

Randnummer 2.6: Kosten für Architekten und Ingenieurleistungen und Beratung: Bitte tragen Sie diese Kosten hier ein, sofern bei Ihrem Vorhaben Kosten hierfür anfallen.

Randnummer 2.7: Kosten für immaterielle Investitionen: Bitte geben Sie hier die Kosten für Lizenzen, Patente, Studien oder Konzepte, etc. an.

Randnummer 2.8: interne direkte Personalkosten: Bitte geben Sie hier die internen direkten Personalkosten, die bei Ihrem Projekt anfallen, an. Bitte beachten Sie, dass eine institutionelle Förderung von Personal ausgeschlossen ist. Personalkosten können nur anerkannt werden, wenn neue Personalstellen geschaffen oder bestehende Personalstellen aufgestockt werden. Die Kosten für bereits bestehendes Personal sind nicht förderfähig. Auf die förderfähigen Personalkosten wird ein Overhead von 15% anerkannt.

Randnummer 2.9: Externe Personalkosten: Sofern Sie Dienstleistungen Dritter in Anspruch nehmen bei denen Personalkosten anfallen, so sind diese hier einzutragen.

Randnummer 2.10: Schulungs- und Qualifizierungskosten: Die Kosten für Schulungen können – zzgl. der anfallenden Reisekosten – hier angegeben werden. Reisekosten werden nur im Rahmen der Sätze des Landesreisekostengesetztes anerkannt.

Randnummer 2.11 Öffentlichkeitsarbeit: Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit (Homepage, Flyer, Druckerzeugnisse, Werbemittel, etc.) sind hier anzugeben.

Randnummer 2.12: Finanz- und Netzwerkkosten: Sofern Finanz- oder Netzwerkkosten anfallen, sind diese hier anzugeben.

Finanzierungsplan

Im Finanzierungsplan sind folgende Angaben zu machen:

Randnummer 4.0: Einnahmen, die mit dem Vorhaben erzielt werden: Hier sind die Einnahmen, die mit dem Vorhaben erzielt werden, anzugeben. Dies gilt nicht für beantragte De minimis-Beihilfen bzw. für Beihilfen in der landwirtschaftlichen Primärerzeugung sowie der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Einnahmen, gemäß Art. 61 Abs. 1 Satz 2 der VO (EU) 1303/2013 sind Zuflüsse von Geldbeträgen, die unmittelbar von den Nutzern für die im Rahmen des Vorhabens bereitgestellten Waren und Dienstleistungen gezahlt werden, wie beispielsweise Gebühren, die unmittelbar von den Nutzern für die Benutzung der Infrastruktur, den Verkauf oder die Verpachtung/Vermietung von Grundstücken oder von Gebäuden entrichtet werden, oder Zahlungen für Dienstleistungen.

Sofern die LEADER-Mittel nicht als De-Minimis Zuschuss bewilligt werden können, muss eine entsprechende Bewertung der Einnahmen erfolgen. Hierzu liegt beim Regionalmanagement ein Rechenblatt vor, dass in diesem Falle auszufüllen ist.

Randnummer 4.1: Zweckgebundene Drittmittel: Werden für das Vorhaben auch zweckgebundene Drittmittel (z.B. Spenden, sonstige Zuwendungen) verwendet, dann sind diese hier anzugeben. Zweckgebundene Drittmittel wirken sich auf die Förderbasis aus.

Beispiel: Ein Vorhaben hat Gesamtkosten von 100.000 Euro. Es werden zweckgebundene Drittmittel (z.B. Spenden) im Umfang von 20.000 Euro eingesetzt. Die Förderbasis (d.h. der Betrag, aus dem sich die Höhe der Förderung im Rahmen von LEADER berechnet) reduziert sich dann von 100.000 Euro auf 80.000 Euro.

Randnummer 4.2: Zweckungebundene Drittmittel (vgl. oben).

Randnummer 4.3: Weitere Förderung, die unabhängig von LEADER beantragt wurde: Hier ist anzugeben, in welcher Höhe Fördermittel von anderen Fördermittelgebern beantragt wurden. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang die Hinweise zur Doppelförderung (Abschnitt Ideenfindung)!

Randnummer 4.4 Im LEADER-Ansatz beantragte Förderung: Hier ist der für Sie zutreffende Fördersatz auszuwählen. Gemeinnützige Vereine wählen hier die Kategorie III aus, Privatpersonen IIa, etc.

Randnummer 4.5: Netto-Eigenmittel: Dieser Wert wird automatisch berechnet. Änderungen sind durch den Anwender nicht möglich.

Randnummer 4.6: Barmittel: Hier können Barmittel (z.B. Bankguthaben) angegeben werden. Bitte beachten Sie die Hinweise zur notwendigen Nachweisführung.

Randnummer 4.7: Kredite: Soll das Vorhaben durch Kredite finanziert werden, dann ist deren Höhe hier anzugeben. Bitte beachten Sie, dass mit dem Projektsteckbrief eine Bestätigung der finanzierenden Bank einzureichen ist, in der diese eine Kreditbereitschaftserklärung abgibt.

Randnummer 4.8: Eigenleistungen: Hier ist die Höhe der Eigenleistungen anzugeben, die im Rahmen des Vorhabens eingebracht werden sollen. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang die Ausführungen zu Eigenleistungen im Abschnitt „Ideenfindung“.

Randnummer 4.9: Sachleistungen: Sofern Sachleistungen (ohne freiwillige Arbeit) als unbare Leistung eingebracht werden sollen, so ist deren Höhe hier anzugeben. Bitte beachten Sie die Ausführungen zu Eigenleistungen im Abschnitt „Ideenfindung“ zu den Sachleistungen.

Randnummer 4.10: Freiwillige Arbeit (unbar): Wenn zur Finanzierung auch freiwillige Arbeit eingebracht werden soll, dann ist die Höhe der Leistungen hier anzugeben. Bitte beachten Sie die Ausführungen zu Eigenleistungen im Abschnitt „Ideenfindung“ zur freiwilligen Arbeit.

Randnummer 5.1: Mögliche Folgekosten: Geben Sie hier bitte die Folgekosten des Vorhabens an und erläutern Sie diese auch im Projektsteckbrief.

Weitere notwendige Unterlagen und Bescheinigungen

Neben dem Projektsteckbrief werden weitere Unterlagen und Dokumente benötigt, damit das Vorhaben am Projektauswahlverfahren teilnehmen kann:

  1. Konkretisierung der Kosten durch Angebote
    1. ALLE Kostenpositionen, die im Projektsteckbrief benannt sind, müssen durch ein Angebot untermauert bzw. konkretisiert werden. Eine einfache Schätzung der Kosten reicht für die Antragstellung nicht aus.
    2. Erst nach einem erfolgreich durchlaufenen Auswahlverfahren müssen, abhängig von den Vergabeschwellen, mehrere Angebote eingeholt bzw. die zu vergebenden Leistungen ausgeschrieben werden.
    3. Alle notwendigen Angebote müssen mit dem Projektsteckbrief bis spätestens zum Stichtag der Projekteinreichung vorliegen. Sollte sich bei der Prüfung des Projektsteckbriefs herausstellen, dass Angebote fehlen, dann wird das Regionalmanagement eine Nachfrist setzten, bis zu der die fehlenden Angebote nachgereicht werden können. Können die Angebote bis zu diesem Termin nicht beigebracht werden, dann kann das Vorhaben nicht am weiteren Auswahlverfahren teilnehmen.
  2. Fachliche Stellungnahmen
    1. Alle erforderlichen Stellungnahmen für das Vorhaben sind durch den Antragsteller einzuholen.
    2. Fachliche Stellungnahmen sind z.B. erforderlich, wenn der Umwelt- und Naturschutz zu einem Vorhaben gehört werden muss. Bei Kommunen muss regelmäßig eine kommunalaufsichtliche Stellungnahme beigebracht werden. Auch zur Abgrenzung bei Fachförderungen müssen entsprechende Stellungnahmen der jeweiligen Förderstellen eingeholt werden – es gilt der Grundsatz, dass eine Fachförderung immer Vorrang hat.
    3. Das Regionalmanagement wird im Beratungsgespräch die einzuholenden Stellungnahmen benennen und die entsprechenden Kontaktdaten mitteilen.
  3. Genehmigungen
    1. Alle für das Vorhaben notwendigen Genehmigungen müssen bis spätestens zum Auswahltermin vorliegen.
    2. Es gilt der Grundsatz, dass alle Vorhaben am Tag des Auswahlbeschlusses umsetzungsreif sein müssen.
    3. Liegen die erforderlichen Genehmigungen nicht bis spätestens zum Auswahltermin vor, dann muss das Vorhaben aus dem Auswahlverfahren ausgeschlossen werden.
  4. Bestätigung der finanzierenden Bank zum Vorhaben
    1. In der Regel werden Barmittel als Eigenmittel zur Kofinanzierung der Projekte eingesetzt. Die finanzierende Bank bzw. die Hausbank muss bestätigen, dass entsprechende liquide Mittel für die Umsetzung des Vorhabens vorhanden sind.
    2. Bei der Bestätigung muss davon ausgegangen werden, dass die gesamten Kosten des Vorhabens (incl. Mehrwertsteuer) vorfinanziert werden müssen.
    3. Ein Kreditantrag reicht als Grundlage für die Teilnahme am Verfahren nicht aus. Vielmehr muss eine verbindliche Kreditbereitschaftserklärung der finanzierenden Bank vorliegen oder duch die finanzierende Bank bestätigt werden, dass genügend Barmittel für die Umsetzung des Vorhabens nachhaltig vorhanden sind.
  5. Kooperationsvereinbarungen
    1. Bei gebietsübergreifenden Vorhaben: Bei gebietsübergreifenden Vorhaben genügt es, wenn im Projektsteckbrief angegeben wird, welche LAG federführend sein soll und wann der Abschluss einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung geplant ist. Die LAG wird sich dann darum bemühen, mit der entsprechenden LEADER-Region einen Kooperationsvertrag zu schließen.
    2. Bei interkommunalen Vorhaben: Sofern zwei Kommunen (z.B. Ortsgemeinden oder Verbandsgemeinden) einer LEADER-Region gemeinsame ein Vorhaben umsetzen wollen, dann muss ein entsprechender Kooperationsvertrag geschlossen werden. In diesem Kooperationsvertrag muss geregelt werden, welcher Partner welche Aufgaben übernimmt und in welcher Form er sich beteiligt.
  6. Detaillierte Kostenaufstellungen
    1. Für das Vorhaben sind detaillierte Kostenaufstellungen bereitzustellen.
    2. Aus dieser müssen in nachvollziehbarer Weise alle im Projektsteckbrief benannten Kosten abgleitet werden können.
  7. Wirtschaftlichkeitsgutachten und De-Minimis-Bescheinigungen
    1. Bei einkommensverschaffenden Maßnahmen ist es erforderlich, dass der Projektträger ein qualifiziertes Wirtschaftlichkeitsgutachten vorlegt (z.B. erstellt durch ein Beratungsbüro, einen Wirtschaftsprüfer, etc.).
    2. Sofern LEADER-Mittel in Form eines De-Minimis-Zuschusses bewilligt werden, ist zur Abgrenzung die Vorlage einer entsprechenden Erklärung des Antragsstellers notwendig, in der die bereits erhaltenen Zuschüsse und Subventionen i.S.d. De-Minimis-Verordnung angegeben sind.
  8. Weitere ergänzende Unterlagen
    1. Gegebenenfalls wird es notwendig sein, weitere Unterlagen bzw. Bestätigungen beizubringen. Sollte dies notwendig sein, wird das Regionalmanagement darauf hinweisen.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Teilnahme am Auswahlverfahren?

Voraussetzung für die Teilnahme am Auswahlverfahren ist ein vollständiger und fristgerecht eingereichter Projektsteckbrief incl. allen erforderlichen Anlagen.

Ist der Projektsteckbrief nicht vollständig oder nicht fristgerecht eingereicht worden und liegen nicht alle erforderlichen Unterlagen / Anlagen vor, dann kann das Vorhaben nicht zum Auswahlverfahren zugelassen werden.

Wie werden die Projekte ausgewählt und wie funktioniert die Projektbewertung?

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) trifft sich regelmäßig um Projekte für eine LEADER-Förderung auszuwählen. Das Projektauswahlverfahren ist transparent, öffentlich und wird ausführlich dokumentiert. Kurz zusammengefasst stellt sich der Ablauf wie folgt dar:

  1. Durch das Regionalmanagement werden im Vorfeld der Auswahlsitzung (ca. 4 Wochen vor dem Auswahltermin) alle notwendigen Unterlagen an die Mitglieder der LAG versendet. Damit haben die LAG-Mitglieder genügen Zeit, um sich über die einzelnen Projekte zu informieren.
  2. Das Regionalmanagement erstellt für jedes Projekt einen Bewertungsvorschlag. Dieser Bewertungsvorschlag ist nicht verbindlich und die LAG kann jederzeit zu einem anderen Ergebnis kommen. Der Bewertungsvorschlag beruht auf den Projektauswahlkriterien, die in der LILE definiert sind.
  3. Die LAG berät jedes einzelne Projekt in der Auswahlsitzung und beschließt abschließend die Punktzahl, die als Bewertung dem Projekt zugeordnet wird.
  4. Alle Projekte, die in der jeweiligen Auswahlsitzung behandelt werden, werden im Anschluss in einer Rankingliste zusammengestellt.

Grundlage für die Projektauswahl sind die erzielbaren Punkte für jedes Projekt. Die LAG Westerwald-Sieg hat in ihrer LILE beschlossen, ein zweistufiges Verfahren anzuwenden:

  • Zunächst müssen in den Basiskriterien die notwendige Mindestpunktzahl erreicht werden.
  • Danach muss in den Zusatzkriterien die erforderliche Mindestpunktzahl erreicht werden.
  • Nur wenn in beiden Fällen die erforderliche Mindestpunktzahl erreicht wurde, kann ein Projekt gefördert werden.
  • Wird eine besonders hohe Punktzahl erreicht, dann kann ein Projekt eine Premiumförderung (i.d.R. 15% höherer Fördersatz) erhalten.

In der folgenden Tabelle sind die Fördersätze der LAG Westerwald-Sieg zusammengefasst.

Fördersätze der LAG Westerwald-Sieg

Die Mindestanforderungen an Projekte sind in der folgenden Abbildung zusammengefasst:

Mindestanforderungen der LAG-Westerwald-Sieg an Projekte

Die Querschnittsziele und deren Bewertung sind in der folgenden Abbildung zusammengefasst.

Querschnittsziele in der Projektauswahl der LAG Westerwald-Sieg

Die zusätzlichen Beiträge zur Zielerreichung sind in der folgenden Abbildung zusammengefasst.

Zusätzliche Beiträge zur Zielerreichung bei der Projektbewertung der LAG Westerwald-Sieg

Was ist die Ranking-Liste?

Alle Projekte, die im Auswahlverfahren durch die LAG als förderwürdig beschlossen wurden, werden in einer Ranking-Liste zusammengestellt. In dieser Liste sind die Projekte nach ihrer erreichten Punktzahl (d.h. nach deren Rangfolge = Ranking) geordnet. Das Projekt mit der höchsten Punktzahl steht auf dem ersten Platz der Liste, das Projekt mit der niedrigsten Punktzahl auf dem letzten Platz.

In jedem Projektaufruf wird ein bestimmtes Budget festgelegt. Dieses Budget steht als Fördermittel für die ausgewählten Projekte zur Verfügung. Mittel werden entlang der Rangfolge zugeteilt. Bildlich gesprochen: Das Projekt mit der höchsten Punktzahl darf sich zuerst Geld aus dem Budget für den Aufruf nehmen. Danach das Projekt auf Rang zwei. Das geht solange, wie noch Geld im Topf ist. Ist dieser leer und es sind noch Projekte übrig, dann erhalten diese keine Förderung in diesem Aufruf. Die Projektträger können ihre Vorhaben aber im nächsten Aufruf erneut in das Auswahlverfahren einbringen.

Das Verfahren mit Projektauswahl nach Mindestanforderungen, Punktesystem und schließlich Rankingliste stellt sicher, dass ein Wettbewerb zwischen den Projekten stattfindet und nur solche Projekte eine Förderung erhalten, die zumindest den Mindestanforderungen genügen.

Mein Projekt wurde ausgewählt - wie geht es jetzt weiter?

Das Regionalmanagement stellt nach den Auswahlsitzungen die entsprechenden Beschlüsse zusammen und erstellt die notwendige Dokumentation zum Auswahlverfahren.

Grundsätzlich werden alle Projektträger schriftlich über das Ergebnis der Auswahlsitzung informiert. Parallel dazu werden die Ergebnisse auch im Internet veröffentlicht.

Die Projektträger der Projekte die ausgewählt wurden, müssen nun einen Förderantrag stellen, der über das Regionalmanagement bei der ADD als Genehmigungsbehörde eingereicht wird. Die entsprechenden Unterlagen und Formulare hierfür werden vom Regionalmanagement zur Verfügung gestellt.

Welche Folgen hat es, wenn ein Projekt nicht die notwendige Mindestpunktzahl erreicht?

Projekte, die nicht die erforderliche Mindestpunktzahl erreicht haben, können nach einer Überarbeitung durch den Projektträger im nächsten Aufruf erneut eingereicht werden.

Das gilt auch für Projekte, die wegen fehlender Unterlagen, Genehmigungen, etc. nicht bei der Projektauswahl berücksichtigt wurden.

An den Voraussetzungen für eine Förderung ändert sich jedoch durch die erneute Einreichung nichts. Nur solche Projekte, deren Projektsteckbrief fristgerecht und vollständig erneut eingereicht wurde, können an dem Auswahlverfahren teilnehmen. Ebenso sind alle erforderlichen zusätzlichen Unterlagen erneut einzureichen.

Welche Fristen sind zu beachten?

Projektträger, deren Vorhaben ausgewählt wurden, müssen innerhalb von sechs Monaten einen Förderantrag bei der ADD einreichen. Wird diese Frist verpasst, dann verfällt der Anspruch auf Förderung.

Was kann ich tun, wenn ich mit dem Ergebnis der Projektauswahl nicht zufrieden bin?

Projektträger, die mit dem Ergebnis des Auswahlverfahrens nicht zufrieden sind (z.B. weil vermeintlich zu wenige Punkte für das Vorhaben gegeben wurden oder das Vorhaben aus formalen Gründen nicht für die Projektauswahl zugelassen wurde), können ihr Anliegen bei der ADD vortragen.

In der Dokumentation zum Projektauswahlverfahren, das jedem Projektträger schriftlich zugeht, ist das hierfür notwendige Prozedere ausführlich beschrieben.

Mein Projekt wurde ausgewählt, wie geht es jetzt weiter?

Zuerst: Herzlichen Glückwunsch! Nachdem der Projektsteckbrief mit allen erforderlichen Anlagen vorliegt, ist nicht mehr viel zu tun, um einen formalen Förderantrag daraus zu machen.

Im einzelnen sind die folgenden Schritte erforderlich:

  1. Angebote einholen: Für den Projektsteckbrief reichte es aus, jede Kostenposition mit einem Angebot zu belegen. Für den Förderantrag reicht dies nicht mehr. Hier müssen entsprechend den Vergabegrenzen mehrere Angebote eingeholt werden. Das Regionalmanagement berät Sie dazu, welche Angebote in Ihrem Fall eingeholt werden müssen und ob eine Ausschreibung notwendig ist.
  2. Formular für den Projektantrag ausfüllen: Das Formular für den Projektantrag unterscheidet sich nur in Teilen vom Projektsteckbrief. Viele der Eintragungen im Projektsteckbrief können übernommen werden.
  3. Anlagen ausfüllen: Neben dem Förderantrag müssen noch Tabellen zum Einsatz der Finanzmittel ausgefüllt werden. Diese entsprechen vom Grundsatz her den Tabellen, die aus dem Projektsteckbrief bekannt sind, sind jedoch etwas umfangreicher und differenzierter.
  4. Alle Unterlagen beim Regionalmanagement vorlegen: Das Regionalmanagement prüft die Unterlagen auf Vollständigkeit und leitet diese dann an die ADD weiter. Von der ADD werden dann die Bewilligungsbescheide versendet.

Wo finde ich den Förderantrag und den Kosten- und Finanzierungsplan?

Wann darf ich Aufträge vergeben bzw. mit dem Projekt beginnen?

Grundsätzlich gilt: Erst wenn die ADD grünes Licht gibt, darf mit einem Projekt begonnen werden.

Hinzu kommt: Aufträge dürfen erst dann vergeben werden, wenn die entsprechenden Vergabeverfahren (abgesehen von Aufträgen unterhalb der Wertgrenzen für freihändige Vergaben) durchgeführt und dokumentiert wurden.

Unterstützt mich das Regionalmanagement auch in der Umsetzungsphase?

Selbstverständlich unterstützt Sie das Regionalmanagement auch in der Umsetzungsphase. Sehr wahrscheinlich ist es sogar, dass das Regionalmanagement regelmäßig Kontakt mit Ihnen hält, um eventuelle Verzögerungen bei der Projektumsetzung frühzeitig zu erkennen.