Jul 05, 2016 sd Aktuelles, Termine 0 comments

Am 22.06. war es soweit. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) kam im Kreishaus Altenkirchen zusammen, um die erste Tranche von rund 230.000 Euro aus dem LEADER-Topf zu bewilligen. Insgesamt kamen sieben Projekte zum Zug und können sich über eine Förderung freuen. In die Projektsteckbriefe, die mit allen Anlagen bis zum Auswahltermin vorliegen mussten, haben die Antragsteller viel Zeit und Mühe investiert.

Große Bandbreite bei Projekten im ersten Projektaufruf

Insgesamt konnten von dem Auswahlgremium, das die ganze Bandbreite von Akteuren und Verbänden in der Region repräsentiert, sieben Projekte positiv beschieden werden (hier in der Rangfolge des Auswahlbeschlusses dargestellt):

  1. Schaf trifft Mensch: Ein Projekt des NABU Altenkirchen, das darauf abzielt einen Schafoffenstall zu errichten, der auch als Heulager und Begegnungsstätte genutzt werden kann. Neben dem ökologischen Hintergrund des Vorhabens sprachen unter anderem auch die Nutzung als Begegnungsstätte und die Einbindung von Weiterbildungsangeboten. Von den rund 44.100 Euro, die das Projekt voraussichtlich kosten wird, steuert LEADER 22.050 Euro bei.
  2. Weg der Sinne: In Werkhausen wird die Ortsgemeinde zwei Plätze und einen Weg am Ortsgemeinschaftshaus mit Mehrgenerationengeräten ausstatten. Hinzu kommen Erlebnisstationen, die zum einen die Werkhausener, vor allem aber auch die Wanderer des Westerwaldsteigs ansprechen und zum Verweilen einladen sollen. Die Besonderheit an dem knapp 30.000 Euro teuren Projekt ist der hohe Grad an direkter Beteiligung, denn die Projektgruppe aus Werkhausen will in den Aufbau der Stationen viele Eigenleistungen einbringen. LEADER wird dies mit knapp 18.000 Euro fördern.
  3. Mountainbike-Flowtrail Kirchen: In Kirchen plant die Verbandsgemeinde die Umsetzung eines Mountainbike-Flowtrails. Damit wird ein neues touristisches Highlight in der Region geschaffen. Auch die aktiven Mountainbiker aus der Region werden das Angebot in Kirchen intensiv nutzen. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 84.100 Euro trägt LEADER ca. 63.100 Euro.
  4. Jugendbefragung im Landkreis Altenkirchen: Der Landkreis Altenkirchen ist besonders von der Abwanderung von Jugendlichen betroffen. Um mehr über die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Landkreis zu erfahren, wird die Kreisverwaltung eine flächendeckende Befragungsaktion starten. Zu den Gesamtkosten in Höhe von rd. 24.600 Euro wird LEADER knapp 17.700 Euro beisteuern.
  5. Hausärztliche Versorgung: Ebenfalls ein wichtiges Zukunftsthema ist die hausärztliche Versorgung in der Region. Die Kreisverwaltung will sich diesem Thema annehmen und gemeinsam mit den Verbandsgemeinden Lösungsansätze entwicklen und gerade bei jungen Hausärzten für die Region Westerwald-Sieg werben. Von den Gesamtkosten, die bei rd. 30.000 Euro liegen, werden 18.000 aus LEADER-Mitteln bereitgestellt.
  6. Zukunftsressource Jugend: Es gibt Jugendliche, die durch die Raster fallen, die zu begabt für eine geförderte Ausbildung sind, sich aber auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht positionieren können. Solche Jugendlichen sollen im Rahmen des Projekts der Neuen Arbeit die Chancen auf eine Ausbildung und damit einen guten Einstieg in die Arbeitswelt haben. Von den Gesamtkosten wird LEADER knapp 72.000 Euro beisteuern – mit einem Anteil von 18.000 Euro Landesmitteln.
  7. Modellprojekt zur interkommunalen Kooperation: Werkhausen konnte sich in diesem Projektaufruf gleich zweimal positionieren. Neben dem Weg der Sinne mit dem Modellprojekt zur interkommunalen Kooperation, in das auch die Gemeinde Weyerbusch und der Kunstverein Hasselbach eingebunden sind. Von den veranschlagten rd. 21.400 Euro werden aus dem LEADER-Topf knapp 12.900 Euro fließen.

Zusätzlich konnten von der LAG zwei Ehrenamtsprojekte, für die Fördermittel von bis zu 2000 Euro je Vorhaben bereitgestellt sind, verabschiedet werden. Eines der Projekte wurde von Ev. Jugendzentrum Hamm (Sieg) eingereicht und geht unter dem Motto „Kraft der Sonne – unser Solarmobil fährt“ zum einen technischen Fragestellungen nach, wird aber auch die soziale Kompetenz der teilnehmenden Jugendlichen fördern. Ob es einen Jakobsweg im Westerwald gab, soll im Rahmen einer wissenschaftlichen Expertise durch das zweite Ehrenamtsprojekt geklärt werden. Es gibt viele Indizien dafür, dass es einen solchen Pilgerweg gegeben hat, aber wissenschaftlich wurde dies bislang noch nicht untersucht.

Auch Maßnahmen zur Förderung des landwirtschaftlichen Wegebaus außerhalb der Flurbereinigung konnten sich über eine verbesserte Förderung freuen. Der LAG wurden vier solcher Projekte vorgelegt, die alle positiv beschieden wurden. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Vorhaben in Weyerbusch (Hilkhausen – Zum Wiesplacken), in Wissen (Galgenberg) und zwei Vorhaben in Friesenhagen (Steegerhöhe bzw. Diedenberg).

Nächste Chance

Nicht alle eingereichten Projekte konnten sich für eine Förderung qualifizieren. Entweder konnten im Rahmen der Bewertung nicht genügend Punkte gesammelt und damit die für eine Förderung notwendige Mindestpunktzahl erreicht werden, oder formale Kriterien sprachen gegen eine Förderung mit LEADER-Mitteln. Neben den von den Projektträgern zurückgezogenen Projekten mussten deshalb drei Projekte  abgelehnt werden, denn damit ein Projekt zu einem LEADER-Projekt werden kann, müssen alle formalen Anforderungen wie beispielsweise Genehmigungen und Stellungnahmen zum Auswahltermin vorliegen. Alle Projekte, die im ersten Aufruf nicht zum Zuge kamen, können am zweiten Projektaufruf, der voraussichtlich am 27.06.2016 startet, erneut ins Rennen gehen. Dann ist Zeit bis zum nächsten Auswahltermin im Januar 2017.

Der zweite Projektaufruf ist selbstverständlich auch für neue Projektideen offen. Besonders wichtig bei der Antragstellung ist ein möglichst klares Profil des Projekts und eine ebenso klare Zuordnung zu den in der Lokalen Integrierten Ländlichen Entwicklungsstrategie (LILE) definierten Handlungsfeldern und Zielen.

Weitere Informationen zum LEADER-Prozess in unserer Region

Weitere Informationen rund um LEADER in der Region Westerwald-Sieg, zur Förderung und zum Antragsverfahren gibt es beim Regionalmanagement Westerwald-Sieg mit Sitz in der Kreisverwaltung Altenkirchen. Selbstverständlich können Sie auch das Kontaktformular dieser Homepage nutzen, um mit uns ins Gespräch zu kommen oder um einen Termin zu vereinbaren.

 

 

 

Sorry, the comment form is closed at this time.